Piraten suchen den Superpräsidenten

Klaus Peukert » 19 Februar 2012 » in Piraten, Politisches » 4 Kommentare

Da isser nu weg, der Wulff. Und zwei Tage später wurde Gauck ausm Taxi gezerrt und musste ungeduscht seine Inthronisation durch die Einheitspartei Deutschlands (ironischerweise ohne die LINKE) erdulden. Aber seis drum. Die Internetmeute, die Gauck damals noch so toll fand (bei leiser Kritik) hat sich nun gewendet (haha, "Wende", vaasteeste, Gauck, Wende!) und findet ihn ungeeignet, unwählbar und den Untergang des Abendlandes, während die "Na, wie schlimm solls schon werden"-Fraktion diesmal die Minderheitenrolle einnimmt.

Im Gegensatz zu 2010 können aber diesmal die Piraten nicht nur wütend mit der Twitterfaust schütteln, sondern mit zwei, von der Berliner Fraktion nominierten, Wahlmenschen sogar (bis zu) zwei Bundespräsidentenkandidaten vorschlagen. Und da wirds interessant. Der in Internetkreisen bekannte Blogger Felix von Leitner versuchte bspw. die Piraten mit einem Stakkato von Blogbeiträgen vor sich her zu treiben und zu erzwingen, das diese Georg Schramm nominieren. Funktioniert nicht, Piraten sind jetzt die Verlierer, die Revolution gescheitert und überhaupt. Naja, gibt ja noch mehr Namen. Papier. Zoidberg. Fefe (hihi) usw. Ich hab auch einen für Euch:

Christian Führer.

Ja, der Nikolaipfarrer, Gesicht der friedlichen Revolution von 1989. Da nun Gauck als quasi gewählt feststeht, kann man bei aller gebotenen Ernsthaftigkeit ja durchaus mal ein Symbol setzen und deutlich machen, das das "Allparteien"-Gekungel vor der Nominierung eher so meh ist. Und Christian Führer als Kandidat hat aus meiner Sicht den Charme, das er nicht, wie Schramm, ein "einmal-auf-den-Putz-hauen-weil-wir-es-können"-Kandidat, sondern quasi das "Weißer Ritter"-Spiegelbild zum "Dark Knight" Gauck ist.

DDR-Bürgerrechtler. Pfarrer. Aktivist der ersten Wendestunde. Und so weiter. Beide teilen große Gemeinsamkeiten auf dem "früheren" Lebensweg. Nur das Führer nicht Richtung "VDS ist knorke", "Occupy doof" und "Sarazzin mutig" abgebogen und zielgerichtet ins netzpolitische Fettnäpchen gestiefelt ist.

Christian Führer.

/discuss 

Trackback-URL für diesen Eintrag

4 Kommentare zu "Piraten suchen den Superpräsidenten"

Ansicht der Kommentare: (Linear | Verschachtelt)
  1. P2063
    20/02/2012 um 08:59 Permalink
    Im Sinne der Trennung von Kirche und Staat: NEIN

    Antwort

  2. P2063
    20/02/2012 um 09:06 Permalink
    bevor die Frage kommt: auch Gauck deswegen nicht, auch wenn ich ihn sonst (auch beim letzten mal schon) für geeignet halte

    Antwort

  3. Holger Knote
    20/02/2012 um 09:46 Permalink
    Hat eigentlich mal jemand den Herrn Christian Führer gefragt, ob er will, bevor er als Kandidat nominiert wird?

    Antwort

  4. Karsten
    20/02/2012 um 11:45 Permalink
    Ich spreche Christian Führer wie auch dem Autor dieses Beitrags mein Vertrauen aus. Seine Aufstellung wäre auch schon deshalb gut, weil man mit diesem Kandidaten Stimmen vom rechten Rand angeln könnte; die zwar nicht wissen, dass Führer in den 80ern die Friedensgebete in der Nikolaikirche organisiert hatte, aber einfach den Familiennamen gut finden.

    Antwort

0 Trackbacks zu "Piraten suchen den Superpräsidenten"

  1. Keine Trackbacks

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA