Facebook - So gibst Du ihnen Deine Daten
Das "neue Facebook" ist mal wieder Anlaß für eine netzpolitische Nebelgranate die grade durch die Blogosphäre wabert. Ein engagierter Wiener Datenschützer hat a) Facebook verklagt und b) unter dem charmanten Namen "Europa vs. Facebook" eine Anleitung erstellt, wie man sich "seine" Daten von Facebook (wieder)holt. Der Ägypten-Blogger und iPad-Käufer Richard Gutjahr griff das heute auf und titelt ebenfalls "Facebook: So holst Du Dir Deine Daten".
Das Ganze funktioniert etwa wie folgt: Man ruft ein gut verstecktes Formular auf, gibt seine Daten ein, verweist auf irgendeine EU-Direktive, lädt eine Ausweiskopie(!) hoch, korrigiert(!) vorher noch ggf. falsche Daten (Geburtsdatum) und bekommt irgendwann eine CD mit einem PDF in dem alle Daten drin stehen. Das kreist nun gerade durch Twitter/Blogs und ich versteh es nicht.
Das ein PDF jetzt nicht die Form von "Daten" ist, mit der man irgendwie was "anfangen" könnte, etwa auf die eigene Webseite (eigene Kontrolle) stellen, in ein anderes Netzwerk importieren (Diaspora?) oder einfach nur für sich auswerten/weiterverarbeiten, geschenkt. Das es auf ner CD kommt, geschenkt (auch wenn Wutblogger Fefe darauf rumritt).
Man will sich seine Daten "holen". Und um das zu können, muss man Facebook erstmal ne Handvoll Daten geben und obendrein sich noch per Ausweiskopie verifizieren. Bin ich der einzige, dem das irgendwie komisch vorkommt? Und wenn ich das gemacht habe, dann habe ich ein PDF, mit dem ich nichts anfangen kann. Achja, und die Daten selbst bleiben natürlich trotzdem bei Facebook, ich bekomm ja nur ne Kopie. Das ist doch auf mehreren Ebenen kaputt.
Am Ende dieser unheimlich lehrreichen Aktion ist also Folgendes passiert: Facebook kennt jetzt (mehr) meine(r) richtigen Daten (Geburtsdatum hab ich ja korrigiert), ich habe meinen Account per Ausweiskopie ohne Zwang verifiziert und als Belohnung dafür bekomme ich eine Handvoll in PDF gegossene Glasperlen.
Datenschutztheater.

28/09/2011 um 17:46 Permalink
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01/10/2011 um 11:10 Permalink
Das sagten sie dem Schrems sogar schon so: http://gutjahr.biz/blog/2011/09/face-off/
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01/10/2011 um 13:18 Permalink
-Markus
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01/10/2011 um 13:22 Permalink
Ebenso heißt es immer "Geburtsdatum falsch angeben",Pseudonyme verwenden usw. Und jetzt soll man "wegen Datenschutz" eine Echtheitsbestätigung des Accounts vornehmen? Also das genaue Gegenteil, was sonst immer gepredigt wird?
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