"Datenschutz" im Jahr 2011
Auch wenn es vielleicht nicht ganz so schlimm wird, wie es aussieht und Google StreetView (in Deutschland) nicht langsam sterben läßt: Wir Deutschen
- haben jeder eine über die Hintertür "Steuer-ID" eine Personenkennziffer bekommen, auf die man nach Erfahrungen im 3. Reich und DDR eigentlich verzichten wollte und der das BVerfG (AFAIK sogar mit dem Urteil zur informationellen Selbstbestimmung) eine Abfuhr erteilt hat.
- lassen unsere Fluggastdaten an die USA übermitteln, ohne das es außer ner Handvoll Blogger jemanden interessiert
- geben den USA Zugriff auf unsere SWIFT-Bankdaten und lassen diese unkontrolliert abschnorcheln
- müssen als Arbeitnehmer vor Tante ELENA die Hosen runterlassen ohne uns dagegen wehren zu können
- müssen als Hilfebedürftiger nicht nur vor ELENA sondern auch vor Christel von der Arbeitsagentur uns richtig nackt machen
- lassen und unter Androhung 5stelliger Bußgelder wieder volkszählen und den Staat mal eben alle Datenbanken zusammenschmeißen
- lassen den Staat auf unsere Bankkonten schauen
- leben damit, das die kommunalen Meldeämter unsere Adressen verkloppen, damit der GEZ-Fuzzi weiß, wo er als nächstes klingeln muss
- und so weiter und so fort.
Es gäbe einen Arsch voll Arbeit für Datenschützer zu tun. Aber was machen die "Hauptamtlichen Datenschutzhysteriker und Einwilligungsinformatiker" (danke an Kris für die Idee eines neuen vCard-Titels) im Jahre 2011 in Deutschland? Wogegen davon engagieren und wovor davon schützen sie uns ganz konkret? Sie ereifern sich darüber, das beim Surfen "IP-Adressen nach USA übermittelt" werden, "kämpfen" gegen Google und Facebook als wären Schmidt und Zuckerberg Inkarnationen von Voldemoort persönlich und haben nichts Besseres zu tun als die Privatsphäre von Hausfassaden(!!!!!111elf) zu schützen.
ELENA? Klar. SWIFT? Naja, nicht schön, aber was will man machen. Steuer-ID aka PKZ2.0: Mei, wir haben halt keine Handhabe. Aber wehe ein privates Webforum wagt es Werbung zu schalten und "IP-Adressen zu übermitteln". Da feiert der Adminarsch aber Kirmes, da wird draufgekloppt als gäbe es kein Morgen. Schließlich muss die Privatsphäre der Forenuser gegenüber Google geschützt werden, sind die ja zu doof Cookies zu sperren oder nen AdBlocker zu benutzen. Das BDSG erwartet schließlich ein schriftliches Triple-OptIn per PostIdent, wenn man mal nen Blog kommentieren will. Alles andere ist ein Datenschutz-GAU.
Tut mir leid liebe sogenannte "Datenschützer", aber
- solange ihr nicht mehr auf der Pfanne habt, als "Datenschutz ist so, Internet ändern"
- solange meine Gehalts- und Anwesenheitsdaten ans staatliche ELENA gehen
- solange die USA wissen wem ich Geld überweise und was ich im Flieger nach Hamburg esse
- solange ich Sachbearbeitern bei der Arbeitsagentur erklären muss, warum da ne 4 Monate alte Überweisung von eBay aufm Konto ist
- solange ihr Euch auf einfache, aber für den Schutz meiner persönlich(s)ten Daten insbesondere gegenüber dem Staat völlig uninteressante Nebenkriegsschauplätze zurückzieht
- solange es für Euch wichtiger ist Eure Existenz mit solchen Nebelkerzen zu rechtfertigen:
So lange werde ich Euch nicht ernst nehmen.
Macht Euch nützlich statt lächerlich!

16/04/2011 um 21:01 Permalink
Schade, aber was du hier bringst, ist extrem einseitig und unkritisch. Google = gut, Datenschutz = böse, Staat = böse. Ist evt. eine differenziertere Betrachtung möglich?
Antwort
17/04/2011 um 21:25 Permalink
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