Virtuelle Bundesgeschäftsstelle der Piraten, "Braunpiraten" und ich
Nachdem ich die Ehre erfuhr zeitnah für die Mitgliederverwaltung der LiquidFeedback-Instanz des Bundes verantwortlich zu sein habe ich mich auch für die "virtuelle Bundesgeschäftsstelle" beworben. Lt. Stellenausschreibung sind da u.a. Tickets im Bundes-OTRS zu bearbeiten und im Rahmen der LF-Mitgliedersache hab ich eh im OTRS zu tun, da kommts auf eine oder zwei mehr Ticketqueues nicht an. Die Bewerbung war erfolgreich, übermorgen soll die erste Telko des "VBGS-Teams" sein. nachdem ich merkte, wer dort mitmischen sollte, habe ich eben folgende Mail an die BGS geschickt:
Hallo Michael, unabhängig davon, das ich beruflich zu dem Zeitpunkt gebunden bin: Mit vermeintlichen "Piraten", wie Herrn K., die Petitionen zur Freilassung von Horst Mahler als "interessant" [1], andere Piraten oder Bürger als "Rotfaschos" [2] bezeichnen, an der NPD "nichts verkehrt" [3] finden und bei Antinazi-Demonstrationen das Würgen bekommen [4] werde ich nicht zusammenarbeiten. Eine angenehme Zeit, Name, Stirnabdruck [1] http://tuxproject.de/blog/2011/01/die-sache-mit-dem- [2] http://uli-e.de/?p=1327 [3] http://news.piratenpartei.de/holocaust showthread.php?tid=18689&pid= (Anmeldung im Forum notwendig) [4] http://twitter.com/tux0r/77331#pid77331 status/19818034285776896
Wie ich hier bereits schrieb, halte ich es für notwendig das wir vermeintlichen "Piraten", die rechtsseitig "nicht ganz dicht" sind ,keinen Fußbreit Parteiboden überlassen sollten. Dazu gehört auch, das sie weder in AGs, Gremien und auch bzw. auch nicht in den (virtuellen) Räumen des Bundesverbandes mitarbeiten sollten.
Wenn wir die NPD dafür kritisieren, das sie ihre Mitglieder und Sympathisanten ale Interviewer zum Zensus11 schickt um so den politischen Gegner etwas "näher kennenzulernen", dann können wir nicht Leuten, die offensichtlich an einer Mitgliedschaft in der NPD oder ähnlichen Organisationen mehr Spaß als bei den Piraten hätten, noch den Schlüssel zum Aktenschrank der Bundesgeschäftsstelle geben.

18/01/2011 um 22:48 Permalink
Antwort
19/01/2011 um 09:29 Permalink
Meiner Beobachtung in den mir näher bekannten Landesverbänden (allen voran NDS) ist aber, dass solche Leute mit Argusaugen betrachtet werden. Zu Recht.
Leider war die Debatte in der letzten Zeit wohl geprägt von Leuten, die die politische Meinung Einzelner als eine in der Piratenpartei akzeptable Meinung hinstellen. Etwas, das jeder Grundlage entbehrt. Und so werden dann die PIRATEN in bester Trollmanier in die rechte Ecke gestellt.
Dass man Menschen, die in der Vergangenheit Opfer nazistischer Gewalt wurden, nicht nicht die Meinungshoheit über mögliche Gefahren in dem Punkt überlassen darf, versteht sich von selbst.
Opfer von Nazis können kaum objektiv sein. Leider ist genau das in der Vergangenheit passiert.
Gerade deshalb kann man nur zu dem Schluss kommen: Das Thema geht schlicht Alle an.
Und was den Bundesvorstand angeht:
Wenn der Bundesvorstand einer zu Recht so umstrittenen Person "den Schlüssel zum Aktenschrank der Bundesgeschäftsstelle" gibt, dann muss man dem Bundesvorstand (bzw. Teilen davon) das Misstrauen aussprechen. Es geht hier um keine Kleinigkeit.
Antwort
19/01/2011 um 10:44 Permalink
Tarzun, in deinem Anschreiben erkenne ich besten Willen, traurig macht das diese Kraft immer und immer wieder investiert wird aber im Ergebnis zu keinem Ziel führt. Ne, sie frist einem sogar auf, lies mich zumindest nicht schlafen, führt dazu sich kaum noch um die Themen des 21. Jahrhunderts kümmern zu können.
Und @NetReaper:
Ich möchte dir widersprechen. "die politische Meinung Einzelner als eine in der Piratenpartei akzeptable Meinung hinstellen" Die Piratenpartei lässt sich dort hinstellen und wird nicht dort hingestellt. Das 1% wirft einen so großen Schatten auf den Rest, dass es scheint die restlichen 99% wären auch so.
Von der Bewegung ist kaum noch etwas übrig geblieben. Stillstand und im Kreis drehen ist eingetreten. Ich behaupte dieser Effekt ist gewollt und wird gezielt von politischen Kräften eingesetzt.
Ich bin letztes Jahr im April ausgetreten nach man mir gegenüber mit dem Säbel des PAV im Rahmen von Nazi-Blockade Diskussionen gerasselt hat.
Eines ist mir heute klar:
Parteien, egal welche, sind nur Mittel zum Zweck. Ein Tool für die Bürgerinnen und Bürger, taugt das Werkzeug nichts, nimmt man ein anderes.
Von daher gehe ich heute mit Politik gelassener um und da mir niemand mehr mit einem PAV kommen kann stelle ich bloss, egal ob rot, grün, orange, schwarz, braun oder gelb.
Eigentlich hatte mein rechtlicher Beistand und ich erwartet, fast erhofft das eine einstweilige Verfügung ins Haus flattert (nicht nur auf verlinkten Beitrag) um das Fass endlich aufzumachen.
Mag nicht mehr schreiben, da Sinn und Zweck fragwürdig sind
Uli
Antwort